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Diese Woche schauen wir kurz nach Pakistan und in den guten Links gibt es einen kleinen Schwerpunkt auf die Bundespolitik.
Letsâ go!
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Pakistans groĂe Solarrevolution
Wir sehen in Pakistan gerade, was passiert, wenn der Staat als Mittler und Regler weg fÀllt und die Solarrevolution fast ungehindert ablaufen kann.
Deswegen ist der Fall so interessant.
ZunÀchst eine Grafik von Bloomberg:

đ Was du siehst
Pakistan importiert immer mehr Solarmodule aus China. Die Grafik zeigt das Volumen des Handels und der steigt wellenförmig immer weiter an. Im Jahr 2024 wird Pakistan deutlich mehr Module importieren als im Jahr 2023. 17 GW werden vorausgesagt.
Das Besondere daran: Diesen Boom haben allein Privatleute ausgelöst.
đ Warum dieser Chart wichtig ist
FĂŒr Solarkraft sprach schon immer, dass es eine dezentrale Energietechnologie ist, die jeder nutzen kann.
Wir in Deutschland haben das mit der groĂzĂŒgigen Förderung durch das Erneuerbaren-Energien-Gesetz seit mehr als zwanzig Jahren zu sehen bekommen. Wortwörtlich in jedem Dorf, auf vielen DĂ€chern und immer öfter auch auf den ZĂ€unen. Deutschland ist an guten Tagen bei einer Erneuerbaren-Quote von knapp 60 Prozent.
Aber in Àrmeren LÀndern wie Pakistan hat die DezentralitÀt noch einmal einen anderen Stellenwert.
Denn in dem Land koppeln sich Bauern, kleine Gewerbetreibende und Privatleute vom nationalen Stromnetz zunehmend mit Solaranlagen ab. Sie senken so ihre Stromkosten â und, vielleicht wichtiger, machen sich unabhĂ€ngig von einem nicht immer voll funktionierenden Staatswesen. Pakistan erlebte immer wieder Netzblackouts und wer Solarmodule auf dem Dach hat, kann diese Zeit ohne zentralen Strom jetzt ĂŒberbrĂŒcken.
Dieser konkret-praktische Aspekt ist aber gar nicht einmal der wichtigste.
Man könnte sagen: Neben Geld war Energie fĂŒr zwei Jahrhunderte die zweite groĂe SĂ€ule, auf denen Staaten errichtet worden. Staaten haben ein Geldmonopol und hatten ein de facto Energiemonopol. Energie hat also eine fundamentale politische Dimension. Das haben wir im GroĂen im Ukraine-Krieg und der Gaskrise gesehen, wir sehen es jetzt im Kleinen in LĂ€ndern wie Pakistan, wo die BĂŒrger an den zentralen AutoritĂ€ten vorbei ihre Haushalte versorgen können.
Die örtlichen Netzbetreiber in Pakistan spĂŒren das bereits. Ihre UmsĂ€tze fallen und es könnte sein, dass sie die Investitionen in ihre groĂen, zentral organisierten Kraftwerke abschreiben mĂŒssen.
Es ist plausibel anzunehmen, dass das Gleiche im Prinzip in allen LĂ€ndern passieren wĂŒrde, wenn nicht Gesetze, PfadabhĂ€ngigkeiten und tief verankerte finanziellen Interessen dazwischen stehen wĂŒrden. Konkret gesagt: Ein Land, das Hunderte Milliarden in seinen Kraftwerkspark investiert hat, hat ein Interesse daran, diesen Kraftwerkspark möglichst schonend stillzulegen oder umzubauen.
Aber ein Land, das keinen solchen groĂen Kraftwerkspark hat, hat dieses Interesse nicht. Und das sind die meisten LĂ€nder der Welt. Pakistans Story ist nur der Anfang der Solarrevolution im globalen SĂŒden.
Das ist eine sehr gute Nachricht. Denn in diesen LÀndern ist das Solarpotential deutlich höher als in Deutschland.
đïžÂ Steige tiefer ein
The rooftop energy revolution no one knew about (âŹ) â Exponential View
Kaum bekannt: Pakistans ĂŒberraschende Solar-Revolution - Deutsche Welle
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Die guten Links
Nachrichten, ĂŒber die die Branche gerade spricht.
â» âFor every 0.1C we want to cool the climate after we get to zero emissions, we will have to pay around $22 trillion â assuming we are wildly successful and get the cost of permanent carbon removal down to $100 per ton.â Sehr guter Text von Zeke Hausfather ĂŒber die âCOâ-Schuld.
âš Der energiepolitische Sprecher der CDU, Jens Spahn, hat auf einem WĂ€rmepumpenkongress gesprochen und fĂŒr Stirnrunzeln gesorgt. Denn ins Haus seiner Oma hat er eine Ălheizung einbauen lassen, die mal mit âgrĂŒnem Ălâ arbeiten soll und das Heizgesetz will er kippen, weil Planungssicherheit nicht wichtig sei. Puh. Hier mehr. Unterdessen versucht Robert Habeck noch das Kraftwerkssicherheitsgesetz durchs Parlament zu bekommen und ĂŒbergeht dafĂŒr auch Kanzler Scholz.
đ¶ Wir bleiben in der Bundespolitik, aber jetzt konstruktiver: Das Kabinett hat das zweite Zukunftsfinanzierungsgesetz beschlossen. Das ist wichtig, weil es den Risikokapitalmarkt stĂ€rken soll und ohne den im Startup-Bereich nichts geht. Das Gesetz hat Chancen durchzukommen, weil es ursprĂŒnglich von der FDP stammt und sie auch dafĂŒr stimmen könnte.
đșSehr gut auf den Punkt gebracht, diese Frage: Climate conferences are dying. How to save the world now?
Die wichtigen News
Nachrichten, ĂŒber die die Branche gerade spricht.
đŹ Wind
Weltweit erste stÀdtische Windturbine, die von KI entworfen wurde, bietet 7-fache Effizienz (Interesting Engineering)
Schwimmende Offshore-Plattform in nur 40 Stunden montiert (Interesting Engineering)
đ Solar
Aktuelle Studie: Solare ProzesswĂ€rme ist gĂŒnstiger als Erdgas (Erneuerbare Energien)
đ Batterien
BYD stellt Natrium-Ionen-Batteriesystem fĂŒr den Netzeinsatz vor (Energy-Storage.News)
đ§ Weitere Technologien
ArcelorMittal verschiebt Investitionen in grĂŒnen Stahl aufgrund ungĂŒnstiger politischer und wirtschaftlicher Bedingungen (ESG Today)
Norsk Hydro stoppt Projekte zu grĂŒnem Wasserstoff und Batterietechnologien (Bloomberg)
FrĂŒhwarnsystem fĂŒr Geoengineering vorgeschlagen (The New York Times)
đ Marktentwicklungen
Chinesische Elektroautohersteller verlieren weiter an Boden in Europa wegen Zollstreitigkeiten (Bloomberg)
EDF verlĂ€ngert die Laufzeit zweier Kernkraftwerke in GroĂbritannien (iNews)
Keine Einigung beim UN-Plastikabkommen erzielt (Tagesschau)
Kann ein GebÀudeklimageld die WÀrmewende retten? (Erneuerbare Energien)
So soll die Energiewende in den Werkshallen gelingen (Handelsblatt)
Jobs & Deals
đ¶ PropTech-Startup Predium aus MĂŒnchen sichert sich 13 Millionen Euro in einer Series-A-Runde, angefĂŒhrt von Ventech und A/O Proptech. 3 offene Stellen.
đ¶ KI-Energiemanagement-Startup Frequenz aus Berlin erhĂ€lt 10 Millionen Euro in einer Folgefinanzierungsrunde, angefĂŒhrt von Cape Capital, SET Ventures und Enkraft. Mehrere offene Stellen.
đ¶ WĂ€rme-Startup HyperHeat aus Offenburg holt 3,5 Millionen Euro in einer Seed-Runde, angefĂŒhrt von Amadeus APEX Technology Fund, mit Beteiligung von Finindus und Possible Ventures. Keine offenen Stellen.
đ Hier habe ich fĂŒr dich eine Liste von Jobportalen fĂŒr grĂŒne Jobs zusammengestellt.
â Sucht dein Unternehmen Mitarbeiter:innen? Schreib es mir.
Der letzte Link
Bei dieser Ăberschrift wird mein Körper zum Roboter und klickt ganz autonom darauf: Get in, LoserâWeâre Chasing a Waymo Into the Future
(gefunden im Weekly Filet)
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đ Freue mich auf die autonomen Autos aus dem letzten Link, weil dann hoffentlich ein paar ParkplĂ€tze verschwinden können. (Die Autos parken vor der Stadt und kommen morgens eingerollt; tagsĂŒber fahren sie den ganzen Tag. So stelle ich mir das jedenfalls vor.)
Rico Grimm
