Hi Cleantechie!

Nvidias Chef Jensen Huang sagte kürzlich, dass Europa im KI-Wettrennen eine große Chance habe: „physische KI“. Die Industrie sei stark hier, der Maschinenbau auch, sagte er. Passenderweise hat gerade etwa das deutsche Startup R3 Robotics €20 Millionen Finanzierung eingesammelt, um in hochautomatisierten Prozessen E-Autos zu zerlegen.

Wenn die Roboter kommen, tun sich also völlig neue Geschäftsfelder auf. Ich zeige dir heute, welche das sind.

Vier Thesen hatte ich bereits im Herbst veröffentlicht. Nun schließe ich die Reihe ab:

Drei Thesen:

Für jede These skizziere ich eine Geschäftsidee, muss aber ehrlich sagen, es ist nur eine von Dutzenden, die sich ergeben werden… Spannende Zeiten für alle Gründer.

Let’s go!

PS In dieser Ausgabe findest du eine Paywall nach der ersten These. Circa zweimal im Monat verschicke ich solche Ausgaben exklusiv für alle Cleantech-Pros. Die Dienstags-Ausgabe bleibt immer frei.

These 4: Kleine Säuger und große Dinos: Roboter werden die Batterieevolution antreiben

Jedem Roboter einen Rucksack umbinden, gefüllt mit Batteriezellen, die für unterklassige E-Autos entwickelt wurden? Kann man machen. Wird man aber nicht ewig machen; zu verschieden sind die Roboterarten.

Denn ein Lagerroboter, der gemütlich und vorhersehbar seine Runden dreht, braucht nicht die Kraft eines Militärroboters, der über Baumstämme springt. Dessen Batterie muss 40C oder mehr entladen können.

Weil Roboter so verschieden sind, werden auch ihre Batterien verschieden sein.

Das treibt die Evolution im Batteriedesign:

Robotertyp

Priorität #1

Energiedichte

C-Rate

Zyklen

Bevorzugte Chemie

Humanoide

Leistung + Gewicht

250-350 Wh/kg

10-50C

egal

NMC/NCA

Lagerroboter

Lebensdauer

egal

1-2C

2.000-5.000

LFP

Drohnen

Gewicht

150-260 Wh/kg

5-10C

egal

NMC (bald: Li-S)

Noch dominieren die altbekannten Chemien. Samsung SDI, einer der größten Zellhersteller der Welt, schreibt: „Die meisten Robotik-Sektoren haben keine dedizierten Batterien und nutzen Powertool-Akkus.“ Teslas Optimus nutzt gerüchteweise Zellen aus der E-Auto-Produktion.

Roboter mit unpassenden Batterien sind weniger nützlich. Die Unternehmensberatung Bain schätzt: „Bis ein Humanoider eine Acht-Stunden-Schicht ohne Nachladen durchhält, könnten noch zehn Jahre vergehen – oder länger.“

Industriekunden brauchen aber verlässliche, wartungsarme Roboter. In einer Fabrik, in der jeder Schritt auf den nächsten abgestimmt ist, kosten wenige Minuten Stillstand Zehntausende Euro. Agility Robotics nutzt deshalb nur 40 Prozent der Batteriekapazität – damit der Roboter nie stehen bleibt.

Andere Firmen bauen lieber eigene Batterien:

  • Figure AI, eines der wertvollsten Robotik-Startups, baut seine Batterien selbst – und steigerte die Energiedichte über drei Generationen um 94 Prozent. Die Batterie ist kein Bauteil mehr. Sie trägt den Torso.

Integrierte Batterie von FigureAI

  • Samsung SDI kündigte im Februar 2025 an, mit Hyundai Hochleistungsbatterien für Roboter zu bauen – auch für Boston Dynamics.

  • In China preschen mehrere Hersteller mit Festkörper-Batterien vor: XPeng verbaut in seinem Humanoiden IRON eine All-Solid-State-Batterie, SoftStone setzt beim Tianhe C1 auf Quasi-Festkörper.

Die Geschäftsidee: BMS für Robotik

Die Batterien sind das eine Problem – ihre Steuerung das andere. Heutige Batterie-Management-Systeme (BMS) sind für Elektroautos optimiert: gleichmäßige Last, vorhersehbare Zyklen, 1–2C Entladung. Ein Humanoider, der springt, braucht 50C – und eine Millisekunde später Ruhe. Kein EV-BMS kann das. Wer Software baut, die extreme Lastspitzen vorhersagt, Zellalterung unter Roboter-Bedingungen modelliert und Ausfälle verhindert, löst ein echtes Problem.

These 5: Solarroboter erobern die Wüste, nicht das Dach

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