Hi Cleantechie!
Heute dabei: eine Top-Empfehlung fĂŒr alle, die ĂŒber die Dekarbonisierung der Industrie nachdenken â und wie immer alle News, die du brauchst, um den Ăberblick zu behalten.
Letâs go!
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đ Daniel liest diesen Newsletter und ist Cleantech Pro. Ich wollte von ihm wissen, warum er zahlt.
Er sagte: âSobald ich etwas regelmĂ€Ăig lese, bezahle ich dafĂŒr. Als der dritte Newsletter von dir kam, habe ich mich gefragt, wo ist denn hier der Abo-Knopf?â
Nun, fĂŒr alle, die mitlesen: Hier ist der Abo-Knopf. đ đïž
Die guten Links
đ§Ș Mein sehr geschĂ€tzter Kollege Hanno Böck hat E-Methanol jahrelang fĂŒr seinen empfehlenswerten Newsletter als Treibstoff der Zukunft begleitet. E-Methanol ist ein flĂŒssiger Alkohol, der mit klimaneutralem Strom hergestellt wird, statt aus Erdgas oder Kohle. Es gilt als HoffnungstrĂ€ger, weil es sich im Gegensatz zu Wasserstoff relativ leicht lagern und transportieren lĂ€sst und damit Bereiche wie Schiffe, Flugzeuge oder die Chemieindustrie dekarbonisieren könnte, die mit Batterien schwer zu elektrifizieren sind.
Ăber E-Methanol nachzudenken, heiĂt also, darĂŒber nachzudenken, wie wir die letzten 10 % der Energiewende erreichen werden. Wichtiges Thema!
Jetzt hinterfragt Hanno, ob wir âreinesâ Methanol, das nur aus Wasser, COâ und Energie gewonnen wird, wirklich noch als eine nĂŒtzliche Klimalösung betrachten können: âWas [die Hersteller] versuchen, ist, energiereiche MolekĂŒle aus zwei MolekĂŒlen zu erzeugen, die praktisch keine nutzbare chemische Energie enthalten: Wasser (HâO) und Kohlendioxid (COâ) [âŠ] Die Thermodynamik ist gnadenlos.â
Allein die gesamte Chemieindustrie auf E-Methanol umzustellen, brÀuchte 17 bis 32 Petawattstunden sauberen Strom, das ist im oberen Szenario mehr, als die ganze Welt heute erzeugt. Schiff- und Luftfahrt noch gar nicht eingerechnet.

Aber sein wichtigeres Argument dreht sich um das COâ, aus dem solche Treibstoffe gebaut werden, genauer um dessen Herkunft. Bei der Zement- und Stahlproduktion entsteht COâ zwangslĂ€ufig, aus Kalkstein und Kohle. FĂ€ngt man dieses fossile COâ ab und macht Sprit daraus, landet es beim Verbrennen trotzdem in der Luft, nur eine Runde spĂ€ter. Es direkt aus der AtmosphĂ€re zu filtern (Direct Air Capture, DAC) bleibt zu teuer: Der bisher beste Anbieter holt erst ein paar tausend Tonnen heraus.
Letzte Alternative wĂ€re biogenes COâ, also Kohlenstoff aus Pflanzen, den die Fotosynthese eben erst aus der Luft geholt hat. Wird er zu Treibstoff, schlieĂt sich der Kreis klimaneutral. Anlagen fĂŒr die Biogas-Aufbereitung liefern dieses COâ ohnehin fast rein.
Hanno schlĂ€gt einen Kurswechsel vor: Statt reinem E-Methanol solle man Rest-Biomasse vergasen und mit grĂŒnem Wasserstoff anreichern und so Methanol gewinnen. China gehe lĂ€ngst diesen Weg, schreibt Hanno. Und ja, dass das eine RĂŒckkehr zu âBiofuelsâ, also Biosprit, angesichts der Debatten um Palmöl nicht leicht wird, erwĂ€hnt er auch. Seine Hoffnung: âAuch wenn Betrugsrisiken jeden Ausgangsstoff betreffen und es dafĂŒr unbedingt klare Leitplanken braucht, kann man dennoch vorsichtig optimistisch sein, dass sich Nachhaltigkeitskriterien bei Rohstoffen wie zellulosereicher Biomasse, die schlicht viel breiter verfĂŒgbar ist, plausibler durchsetzen lassen.â Hier findest du den ganzen Artikel.
âïž Extrem spannend, leider hinter Paywall: Die WirtschaftsWoche war in ThĂŒringen, wo AngloAmerican den Boden fĂŒr eine neue Kupfermine erkundet, Projektname Löwenstern. Kupfer ist der knappe, teure SchlĂŒsselrohstoff der Energiewende. Recycling allein deckt den Bedarf nicht. Es mĂŒssen neue Minen her.
âĄEtwas dringend Nötiges: Transparenz bei den hunderten Verteilnetzbetreibern. Ob WĂ€rmepumpe, E-Auto oder Solaranlage: Vom eigenen Netzbetreiber hĂ€ngt viel ab, bei Netzanschluss, Netzentgelten und AblĂ€ufen. VNB-Transparenz macht die Unterschiede sichtbar und zeigt etwa, welche Betreiber variable Netzentgelte schon umgesetzt haben.
đ Zeitlos zum Einordnen: Warum die globale Cleantech-Welle (Erneuerbare, Elektrifizierung, Effizienz) strukturell nicht mehr umkehrbar ist, zeigt der Ăberblick von RMI.
Die wichtigsten News
Du brauchst auch unter der Woche Nachrichten? Dann schau in meine News-Ăbersicht.
đ Politik
Bundesnetzagentur-Reform: PV-Besitzer zahlen mehr Netzentgelt, Industrierabatte bleiben (Handelsblatt) âŹ
EU plant niedrigere Steuern auf saubere Energie gegen hohe Stromrechnungen (Bloomberg) âŹ
EU-Kommission will Schuldenregeln fĂŒr die Energiewende lockern (Zeit)
Deutsche Haushalte zahlen ein Drittel mehr Strom als der EU-Schnitt (EE-News)
Neue Daten nĂ€hren Zweifel an Reiches Kraftwerksgesetz (Handelsblatt) âŹ
âïž Solarenergie
Wie GroĂbritannien zu Europas Solar-Senke wurde (pv magazine)
Erbschaftsteuerregeln könnten Wachstum der FreiflÀchen-PV bremsen (PV Tech)
Das zentrale Problem beim PV-Recycling: die KostenlĂŒcke (pv magazine)
đŹïž Windenergie
Ertragsverlust im Windschatten: Wie sich der Offshore-Ausbau selbst ausbremst (Handelsblatt) âŹ
Warum es "Unsinn" ist, 70 GW in deutsche GewĂ€sser zu quetschen, sagt Skyborn (Recharge) âŹ
Raiffeisenbank baut friesisches Windkraft-Epizentrum mit 175 MW im Emsland (Erneuerbare Energien)
BWO-Vorschlag zur FlĂ€chenrĂŒckgabe soll den Offshore-Ausbaupfad sichern (EE-News)
đ Speicher & Batterien
CATL entwickelt Lithium-Luft-Batterie mit 12.000 Wh/kg (CleanTechnica)
Schleswig-Holstein will den Kollaps durch zu viele Batteriespeicher verhindern (Welt) âŹ
700-MWh-Stromspeicher erhÀlt Tolling-Vertrag (Energie & Management)
Netzentgeltbefreiung fĂŒr Batteriespeicher bleibt bis 2029, Mehrkosten fĂŒr Prosumer (pv magazine)
⥠Netze & Infrastruktur
Stromnetzbetreiber halten Energiewende-Ziele fĂŒr nicht erreichbar (Handelsblatt) âŹ
Schleppender Netzausbau blockiert Investitionen von 100 Milliarden Euro (Handelsblatt) âŹ
Enercity bĂŒndelt Erneuerbare zur Kraft mehrerer Atommeiler in einem GroĂkraftwerk (Handelsblatt) âŹ
Globale Netz-Investitionen ĂŒbersteigen 2026 erstmals 650 Milliarden Dollar, sagt Rystad Energy (pv magazine)
đ Industrie & Rohstoffe
Chempark Uerdingen steigt aus der Kohle aus: erster Elektrodenkessel liefert Dampf (Chemie)
Ressourcennationalismus zeichnet das Playbook fĂŒr kritische Rohstoffe neu (Mining)
Ammoniak ohne Haber-Bosch? Berliner Forscher verdreifachen die Ausbeute (Ingenieur)
Stockholm wird mit 750.000-Tonnen-Deal einer der gröĂten COâ-Entnahme-KĂ€ufer (ESG Today)
Weniger als 2 Prozent der globalen Zement-Emissionen werden bis 2035 abgeschieden (Carbon Pulse) âŹ
đ§Ș Wasserstoff & E-Fuels
Deutschlands grĂŒner Wasserstoff-Hochlauf stockt, BDEW und DWV schlagen Alarm (FuelCellsWorks)
ONTRAS H2-Startnetz: TotalEnergies reserviert signifikante KapazitÀten am Kernnetz (Windkraft-Journal)
European Energy gewinnt deutsche Wasserstoff-Ausschreibung ĂŒber 10 MW (FuelCellsWorks)
Lhyfe und Strabag bĂŒndeln KrĂ€fte fĂŒr grĂŒnen Wasserstoff in Deutschland (FuelCellsWorks)
MB Energy unterzeichnet erstes Term-Sheet fĂŒr ein Hamburger Ammoniak-Terminal (FuelCellsWorks)
Das machen die Startups
Towergy nimmt erste GroĂwĂ€rmepumpe in Turmbauweise in Betrieb, Serienfertigung geplant (Energie & Management)
Kiwigrid plant Plattform fĂŒr ein europaweites virtuelles Kraftwerk (pv magazine)
Jobs & Deals
đ¶ Strassenkraftwerke: REPS, Mils/Innsbruck, âŹ20 Millionen in einer Equity-Runde. 7 offene Stellen.
Der letzte Link
Das KĂŒhlregal im Supermarkt wirkt auf mich anziehend. Bald doppelt.
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